heteroclito cave & bar a vin
49 VINUM APRIL 2026 Reportage international I Fotos: GettyImages/Viktor Posnov, z.V.g. 1 Haitidis 2 Ktima Alpha Estate 3 Thymiopoulos Vineyards 4 Aslanis Family Winery 5 Grevasileiou Estate 6 Moschopolis Winery 7 Patistis Wine 8 Tetramythos Winery 9 Sarris Winery 1 2 4 3 5 6 Thessaloniki Athen Patras MAKEDONIEN THESSALIEN PELOPONNES 7 8 9 Winzer hat dann die international bekann- ten Rebsorten mit den griechischen Reb- sorten cuvéetiert und diese quasi durch die Hintertür bekannt gemacht», sagt Makan- tasis. Die Stärke der Kleinen Den grossen Betrieben geht es gut. Was ist mit den Kleinen? Immerhin bilden sie das Gros der griechischenWeingüter. Rund 1600 gibt es von ihnen, die Durchschnitts- grösse liegt meist zwischen zwei und vier Hektar. Für den Export ist das oft zu wenig, deshalb ist griechischer Wein beim breiten Publikum immer noch kaum bekannt. Das Weingut Sarris etwa liegt auf der Insel Kefalonia und ist ein wunderbares Beispiel für den Segen und den Fluch des griechischen Weins: Die zahllosen autoch- thonen Sorten machen ihn einzigartig, für Nicht-Griechen sind sie allerdings nahe- zu unaussprechlich. In ganz Griechenland gibt es mehr als 350 Sorten, rund 30 werden in nennenswertem Umfang angebaut. Ro- bola, Tsaoussi, Mavrodaphne oder Vostili- di stehen in denWeinbergen von Sarris. Die Weine haben alle eine klare und spannende Handschrift: lebhafte Frische, straffe Säure, imVordergrund die Kräuterwürze,während sich die Frucht eher im Hintergrund hält. «Wir nennen es LowIntervention,weil der Begriff Naturwein gesetzlich nicht geregelt ist», sagt Georgios Sarmantas, der auf dem Weingut arbeitet.Wie in ganz Griechenland ist Bio oder Biodynamie in denWeinbergen auf Kefalonia recht einfach. Hitze, Trocken- heit und Wind lassen den meisten Krank- heiten keine Chance. Sarmantas hat seine eigeneMethode, umBesuchern die griechi- schen Sorten nahezubringen. Er vergleicht für die Kunden das Aromenprofil einer au- tochthonen Rebsorte mit dem einer inter- national bekannten. «Robola zum Beispiel kann Ähnlichkeiten mit Sauvignon Blanc aufweisen. Das baut sofort Hemmschwel- len ab», sagt er. «Wir müssen viel reden, umWein zu ver- kaufen. Die Namen machen es schwer», sagt er und schenkt einen Probierschluck ein. Der Wein ist frisch und klar am Gau- menmit Aromen von grünenÄpfeln und Zi- tronen. Der andauerndeWind auf Kefalonia schenkt den Reben kühle Nächte und somit den Beeren gute Säurewerte. «Schmeckt?», fragt Sarmantas. Schmeckt. Er lacht. «Das ist gut, denn wenn die Weine schmecken, dann lernen die Leute auch die Namen.» Generell sieht Sarmantas in unbekann- ten Rebsorten und kleinen Appellationen einen Vorteil. «Robola kannst du nur hier bekommen, das ist einzigartig. Das ist auf demWeinmarkt ein Vorteil», sagt er. Robo- la ist auf Kefalonia die wichtigste Rebsorte. Sie wird fast nur dort angebaut – auf rund 175 Hektar. Ohnehin hat sich derWeinmarkt seiner Meinung nach in den vergangenen Jahren zugunsten der kleinen Produzenten gewandelt. Vieles gehe in Richtung der klei- nen Betriebe, egal ob beim Wein oder an- Santorini «UnserWinzer hat dann die international bekannten Rebsorten mit den griechischen Rebsorten cuvéetiert und diese quasi durch die Hintertür bekannt gemacht.» Konstantinos Makantasis, Export-Manager, Alpha Estate
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